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Ernte 2026: Ein Drittel weniger Äpfel, halbe Erdäpfelernte – was die Dürre für deinen Einkauf bedeutet

Dr. Wolfgang Ebner, MBA 4 Min. Lesezeit
Holzkiste mit roten Äpfeln in einer Obstanlage im Herbst

Die trockensten zwölf Monate seit Messbeginn haben Spuren hinterlassen: Bei Äpfeln, Gemüse und Erdäpfeln fällt die Ernte 2026 in Österreich deutlich kleiner aus. Die wichtigsten Zahlen – und was jetzt trotzdem frisch und regional zu haben ist.

Kurz gesagt: Die Ernte 2026 fällt in Österreich bei vielen Klassikern deutlich kleiner aus. Laut Landwirtschaftskammer Österreich gibt es rund 30 % weniger Obst und im Schnitt rund 40 % weniger Gemüse, bei einzelnen Kulturen bis zu 50 %. Die Apfelernte liegt etwa 35 % unter dem Vorjahr, bei Erdäpfeln erwartet Statistik Austria gut 40 % weniger als 2025. Hauptgrund: die trockensten zwölf Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1850.

Die trockenste Periode seit 1850

„Die vergangenen zwölf Monate werden als die trockensten seit Messbeginn im Jahr 1850 in die Geschichte eingehen“, sagte Klimaforscher Klaus Haslinger von GeoSphere Austria im August. Von Jänner bis Mitte August fiel in Niederösterreich um 43 % weniger Regen als üblich, in Oberösterreich um 42 %, im Burgenland und in Wien um 39 %. Dazu kamen Hitzewellen mit über 35 Grad. Der Regen im September kam für viele Kulturen zu spät.

Äpfel: rund ein Drittel weniger

Österreichweit rechnet die Landwirtschaftskammer mit etwa 130.000 Tonnen Äpfeln, rund 35 % weniger als 2025. Allein in der Steiermark, wo gut drei Viertel der heimischen Apfelfläche liegen, sind es etwa 90.000 statt 138.000 Tonnen. Besonders schwach sind frühe Sorten wie Gala, Elstar und Arlet. Spätere Sorten haben sich durch den Septemberregen etwas erholt.

Zur Dürre kamen Frühjahrsfröste und kurz vor der Ernte ein starker Befall durch die Marmorierte Baumwanze, die Äpfel und Birnen schädigt. Viele Früchte sind kleiner als sonst. Bewässern konnte in der Steiermark nur etwa ein Drittel der Obstbetriebe.

Kleine rote Äpfel in einer Holzkiste in der Obstanlage
Kleiner als sonst: Viele Äpfel blieben 2026 unter der üblichen Größe.

Die gute Nachricht: Laut Kammerpräsident Andreas Steinegger reicht die steirische Apfelmenge weiterhin für die Versorgung Österreichs.

Gemüse: bis zu 50 % Einbußen

Im Gemüsebau liegen die Verluste im Schnitt bei rund 40 %. Am stärksten getroffen sind laut Landwirtschaftskammer:

  • Chinakohl in der Steiermark ohne Bewässerung: gut 50 % weniger
  • Kraut in Oberösterreich: nahezu 50 % weniger
  • Zwiebeln und Karotten: rund 25 % weniger
  • Spinat, Grünerbsen und Kräuter für die Verarbeitung: mindestens 30 % weniger

Salate und Kohlgemüse konnten im Herbst einen Teil der Sommerausfälle aufholen. Unter Glas und Folie stellten Tomaten bei über 30 Grad das Wachstum ein, Gurken, Paprika und Melanzani holten im Herbst etwas auf.

Erdäpfel: fast halbe Ernte

Besonders hart traf es die Erdäpfel. Statistik Austria schätzt die Ernte auf 468.000 Tonnen. Im Vorjahr waren es rund 813.000 Tonnen, in einem durchschnittlichen Jahr etwa 700.000. Neben Hitze und Trockenheit macht der Drahtwurm Probleme: Seine Fraßgänge machen Knollen unverkäuflich. „Wo Wasser fehlt, können wir Bäuerinnen und Bauern selbst mit bestem Know-how keine Erträge herbeizaubern“, sagt Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich.

Kürbis: kleiner, aber gute Kerne

Beim Ölkürbis liegt die Ernte nach Schätzungen der Landwirtschaftskammer rund ein Fünftel unter dem Schnitt, in der Steiermark ebenso. Auf Sand- und Schotterböden gab es teils Totalausfälle, in Flussnähe gute Erträge. Die Kürbisse blieben kleiner, die Kernqualität gilt aber als ausgezeichnet. Mehr dazu, woran du gutes Kernöl erkennst, liest du in unserem Beitrag Kürbiskernöl g.g.A. erkennen.

Was heißt das für deinen Einkauf?

Weniger Ware heißt nicht automatisch leere Regale, aber teils höhere Preise. Der Online-Supermarkt Gurkerl meldete Anfang Oktober in seinem Sortiment rund 15 % höhere Preise für Äpfel, 32 % für Birnen und 19 % für Kürbis. Zwiebeln waren dagegen etwas billiger als im Vorjahr. Das sind die Werte eines einzelnen Händlers, kein österreichweiter Durchschnitt. Heimische Speisekürbisse könnten laut Gurkerl heuer schon gegen Mitte Dezember knapp werden.

Unser Tipp: Kleine Äpfel sind kein Qualitätsmangel. Produzenten berichten sogar von besonders süßen Früchten, weil sie weniger Wasser eingelagert haben. Wer Äpfel kühl und getrennt von anderem Obst lagert, hat länger etwas davon, denn Äpfel geben Ethylen ab und lassen anderes Obst schneller reifen.

Was im November Saison hat

Trotz Dürre ist das regionale Angebot im November groß. Frisch vom Feld kommen Kürbis, Kraut, Kohlsprossen, Grünkohl, Lauch, Rote Rüben, Pastinaken, Rettich und Vogerlsalat, dazu Quitten. Äpfel und Birnen gibt es jetzt aus dem Lager, ebenso Erdäpfel, Zwiebeln und Karotten. Passende Rezepte: unsere Kürbiscremesuppe oder ein Kaiserschmarrn mit Apfelmus.

Und bei unseren Höfen?

Unsere Partnerhöfe liegen im Mostviertel: der Bio-Kürbishof Metz in Haag, Familie Dietl und der Lehof in Strengberg. Niederösterreich war 2026 das Bundesland mit dem größten Regendefizit. Weil unsere Höfe ihre Ernte selbst zu Saft, Apfelmus und Kernöl verarbeiten, bleiben dir ihre Produkte auch in einem schwierigen Jahr erhalten, solange der Vorrat reicht.

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Quellen

Häufige Fragen

Laut Landwirtschaftskammer Österreich liegt die Apfelernte 2026 rund 35 % unter dem Vorjahr. Erwartet werden etwa 130.000 Tonnen, davon rund 90.000 Tonnen aus der Steiermark (2025: 138.000 Tonnen). Gründe sind Frühjahrsfröste, die extreme Trockenheit und kurz vor der Ernte die Marmorierte Baumwanze.

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