SalzburgMilch und Pinzgau Milch sind seit 2. November offiziell eine Molkerei. Was der Zusammenschluss für Bio- und Heumilch aus Salzburg bedeutet und worauf du beim Einkauf achten kannst.
Kurz gesagt: Seit 2. November 2026 ist es offiziell: SalzburgMilch und Pinzgau Milch sind ein Unternehmen. Die neue SalzburgMilch rechnet heuer mit rund 459 Millionen Kilogramm Milch, davon rund 266 Millionen Kilogramm Spezialmilch wie Bio- und Heumilch. Sie bleibt zu 90 % in bäuerlicher Hand. Im Supermarktregal ändert sich vorerst wenig, für die Bio-Milch aus Salzburg ist es aber ein großer Schritt.
Was am 2. November passiert ist
Mit der Eintragung ins Firmenbuch ist der Zusammenschluss rechtswirksam, das Unternehmen heißt jetzt nur noch SalzburgMilch. 90 % gehören der Salzburger Alpenmilch Genossenschaft eGen, also den genossenschaftlich organisierten Bauernfamilien. Die restlichen 10 % hält die HMP Immobilien Holding GmbH. Die Bundeswettbewerbsbehörde hatte die Fusion schon im Frühjahr ohne Auflagen freigegeben.
Ein paar Eckdaten laut Molkerei: rechnerisch rund 526 Millionen Euro Umsatz (2025), eine Exportquote von rund 39 % und damit Platz drei unter Österreichs Molkereien. Rund 3.200 überwiegend kleine Familienhöfe liefern Milch, etwa 750 Menschen arbeiten im Unternehmen. Alle vier Standorte bleiben: Salzburg-Itzling, Lamprechtshausen, Maishofen und Kössen.
Warum das für Bio-Milch wichtig ist
SalzburgMilch bezeichnet sich nach der Fusion als „bedeutendste Heumilch- und Biomilchverarbeiterin Mitteleuropas“. Das ist eine Selbstauskunft, die Größenordnung ist aber beachtlich: Mehr als die Hälfte der verarbeiteten Milch ist Spezialmilch. Wie viel davon genau Bio ist, veröffentlicht die Molkerei nicht.
Zum Vergleich ganz Österreich: 2025 lieferten die Höfe laut AMA rund 3,51 Millionen Tonnen Milch an heimische Molkereien. Davon waren 408.183 Tonnen Bio-Milch und 225.415 Tonnen Bio-Heumilch, zusammen gut 18 %. Bio lohnt sich für die Höfe: Im Dezember 2025 bekamen sie für Bio-Milch im Schnitt 61,80 Cent pro Kilogramm, für konventionelle Milch 52,98 Cent (jeweils bei 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß).
Geschäftsführer Andreas Gasteiger hatte schon im April angekündigt, gerade bei der Biomilch die Kompetenzen auszubauen. Bewährte Programme für Bio-, Heu- und Bergbauernmilch sollen bleiben. Wie ernst das gemeint ist, zeigte der Dürresommer: SalzburgMilch erhöhte den Milchpreis für ihre Bäuerinnen und Bauern um bis zu 2,82 Cent pro Kilogramm und blieb dabei, dass für ihre Biomilch ausschließlich Bio-Futter verwendet werden darf, obwohl eine Dürre-Ausnahme konventionelles Futter erlaubt hätte. Mehr zur Lage der Höfe heuer liest du in unserem Beitrag zur Ernte 2026.
Was ändert sich für dich?
Kurzfristig wenig. Neue Produkte oder Marken hat die Molkerei nicht angekündigt, das Sortiment umfasst mehr als 1.000 Artikel, darunter viele Bio-Produkte. Wenn du gezielt Bio kaufen willst, schau auf das EU-Bio-Logo und den Kontrollstellen-Code („AT-BIO-…“).
Und Achtung: Heumilch ist nicht automatisch bio. Heumilch ist als „garantiert traditionelle Spezialität“ (g.t.S.) geschützt und regelt vor allem die Fütterung, etwa den Verzicht auf Silage. Bio regelt die gesamte Wirtschaftsweise. Bio-Heumilch erfüllt beides.
Wie sich der Bio-Anteil im Handel insgesamt entwickelt, zeigen die aktuellen AMA-Zahlen.
Beitragsbild: Symbolbild, Envato Elements / aventi_photo.
Quellen
- SalzburgMilch GmbH, OTS-Presseaussendung „Aus zwei wird eins“, 02.11.2026
- AgrarMarkt Austria, Marktbericht Milch und Milchprodukte Dezember 2025 (12. Ausgabe, 27.02.2026), S. 5 und S. 8
- top agrar Österreich, BWB gibt grünes Licht, 03.04.2026
- top agrar Österreich, Interview mit Andreas Gasteiger, 09.04.2026
- SALZBURG24, SalzburgMilch erhöht Milchpreis, 02.09.2026
Häufige Fragen
Zu 90 % der Salzburger Alpenmilch Genossenschaft eGen, also den genossenschaftlich organisierten Bauernfamilien. Die restlichen 10 % hält die HMP Immobilien Holding GmbH.
Nein. Heumilch ist als garantiert traditionelle Spezialität (g.t.S.) geschützt und regelt vor allem die Fütterung, etwa den Verzicht auf Silage. Bio regelt die gesamte Wirtschaftsweise. Nur Bio-Heumilch erfüllt beides.
2025 lieferten Österreichs Höfe laut AMA 408.183 Tonnen Bio-Milch und 225.415 Tonnen Bio-Heumilch an heimische Molkereien, zusammen gut 18 % der gesamten Anlieferung von rund 3,51 Millionen Tonnen.
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