Die Österreicherinnen und Österreicher kaufen weniger ein und greifen öfter zur Aktion – und trotzdem landet so viel Bio im Einkaufswagen wie nie. Die neuen RollAMA-Zahlen der AMA-Marketing im Überblick.
Kurz gesagt: Der Bio-Anteil im österreichischen Lebensmittelhandel hat im ersten Halbjahr 2026 mit knapp 13 % einen neuen Höchststand erreicht. Ein Jahr davor waren es 11,9 %. Bemerkenswert: Das Plus kommt in einer Zeit, in der die Haushalte insgesamt weniger einkaufen, mehr Aktionen nutzen und öfter beim Diskonter landen. Am stärksten ist Bio bei Mehl, Gemüse und Erdäpfeln.
Knapp 13 Prozent: Bio wächst weiter
Die Zahlen stammen aus der RollAMA, der laufenden Marktanalyse der AMA-Marketing. Ein Haushaltspanel schreibt dafür mit, was im Lebensmittelhandel gekauft wird. Gemessen wird ein Warenkorb aus Frischeprodukten – Milch und Milchprodukte, Käse, Butter, Fleisch, Wurst, Obst, Gemüse, Erdäpfel, Eier, Brot, Gebäck, Mehl, Fertiggerichte und pflanzliche Alternativen. Getränke sind nicht dabei.
Der Trend zeigt klar nach oben: Im ersten Halbjahr 2024 lag der Bio-Anteil bei 11,5 %, 2025 bei 11,9 % und 2026 nun bei knapp 13 %. Schon das Gesamtjahr 2025 war ein Rekord: Die Haushalte gaben laut AMA-Marketing 6,5 % mehr für Bio aus und kauften 2,3 % mehr Bio-Menge, im Schnitt rund 360 Euro je Haushalt für den RollAMA-Warenkorb. „Bio ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagt AMA-Marketing-Geschäftsführerin Christina Mutenthaler-Sipek.
Wo Bio besonders stark ist
Je nach Warengruppe ist der Bio-Anteil sehr unterschiedlich. Die Werte für das erste Halbjahr 2026 (Anteil an den Ausgaben):
- Mehl: 30,8 % – fast jeder dritte Euro für Mehl geht an Bio-Ware
- Gemüse: 25,8 %
- Erdäpfel: 25 %
- Frischobst: 17,3 %
- Brot und Gebäck: 17,2 %
- Fruchtjoghurt: 12,7 %
- Butter: 10,5 %
- Fleisch und Geflügel: 8,7 %

Bei Fleisch ist Bio noch eine kleine Nische, wächst aber: Im ersten Halbjahr 2025 lag der Anteil noch bei 8,2 %. Auch bei Mehl (28,9 %), Gemüse (24,0 %) und Obst (16,4 %) war der Anteil ein Jahr davor jeweils niedriger.
Weniger Einkauf, mehr Aktion – und trotzdem mehr Bio
Das Umfeld ist eigentlich schwierig. Laut RollAMA kauften die Haushalte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 4,6 % weniger Menge ein als im Vorjahr. Mehr als jeder dritte Euro fließt inzwischen in ein Aktionsprodukt, die Diskonter kommen auf über 30 % Umsatzanteil, und knapp zwei Drittel der Ausgaben entfallen auf Handelsmarken. Vor allem größere Familien mit mittlerem Einkommen sparen.
Dass Bio trotzdem zulegt, hat auch mit dem Angebot zu tun: Bio gibt es längst in jedem Supermarkt und beim Diskonter, oft als günstige Eigenmarke. Fachhandel und Direktvermarktung – also auch der Einkauf ab Hof – halten stabil einen Umsatzanteil von 8,6 %. Interessant für Feinschmecker: Laut AMA landeten auch „sortenreine Öle wie Kürbiskernöl und Rapsöl“ vermehrt im Einkaufskorb – das gilt allerdings für alle Öle, nicht nur für Bio.
3,4 Milliarden Euro: der ganze Bio-Markt
Die RollAMA bildet nur den Supermarkt ab. Für den gesamten Bio-Markt veröffentlicht die AMA-Marketing jedes Jahr eine eigene Umsatzanalyse. Für 2025 kommt sie auf rund 3,4 Milliarden Euro Bio-Umsatz, ein Plus von 7,4 % – mehr als die Inflation von 3,7 %. Also wurde nicht nur teurer, sondern auch mehr Bio gekauft.
Rund 80 % davon setzt der Lebensmittelhandel um, 12 % Direktvertrieb und Fachhandel, 8 % die Gastronomie. In Restaurants und Kantinen ist Bio mit 4,5 % Anteil noch selten, der Wert steigt aber seit Jahren. Im Direktvertrieb und Fachhandel ist dagegen schon fast jeder vierte Euro Bio (23 %).
Wichtig beim Vergleichen: In der Umsatzanalyse sind auch Getränke enthalten. Deshalb liegt der Bio-Anteil im Handel dort mit rund 11 % etwas niedriger als in der RollAMA. Beide Zahlen stimmen – sie messen nur einen anderen Warenkorb.
Auf dem Feld schon über dem EU-Ziel
Österreich ist beim Bio-Landbau seit Jahren Spitze in der EU. Laut Grünem Bericht 2026 wurden 2025 27,2 % der landwirtschaftlichen Fläche biologisch bewirtschaftet – mehr als die 25 %, die sich die EU bis 2030 vorgenommen hat. Auf den Feldern ist der Bio-Anteil damit gut doppelt so hoch wie im Einkaufswagen. Wer gezielt Bio aus Österreich kaufen will, achtet auf das AMA-Biosiegel oder kauft direkt bei den Höfen.
Bio direkt von unseren Höfen
Bei ich will Bio kommen die Produkte von kleinen Familienbetrieben aus dem Mostviertel, etwa vom Bio-Kürbishof Metz. Wer Kürbiskernöl, Rapsöl oder Apfelsaft in Bio-Qualität sucht, bekommt sie bei uns direkt vom Erzeuger – ohne Umweg über die Handelskette.
Weiterlesen
- Grüner Bericht 2026: Biobetriebe verdienen 27 % mehr
- EU-Bio-Verordnung: Einigung zu Importen, Bio-Logo und kleinen Betrieben
- Bio-Lexikon: Bio-Begriffe einfach erklärt
- Unsere Bio-Höfe im Porträt
Quellen
- AMA-Marketing, RollAMA-Halbjahresbilanz 2026, OTS 22.09.2026
- Heute, „Österreicher kaufen so viele Bio-Produkte wie noch nie“, 23.09.2026 (Bio-Anteile nach Warengruppen)
- top agrar, Bio-Anteil im LEH erreicht neuen Höchststand, 25.09.2026
- AMA-Marketing, RollAMA Marktentwicklung Bio 1. HJ 2025 (PDF)
- AMA-Marketing, „Bio-Markt wuchs 2025 in allen Sektoren“, OTS 13.08.2026
- medianet, RollAMA 2025: Bio-Ausgaben auf Höchststand, 18.02.2026
- BMLUK, Grüner Bericht 2026
Häufige Fragen
Im Lebensmitteleinzelhandel lag der wertmäßige Bio-Anteil im ersten Halbjahr 2026 laut RollAMA bei knapp 13 % – ein Rekord. Gemessen wird ein Warenkorb aus Frischeprodukten wie Milch, Käse, Fleisch, Obst, Gemüse, Eiern, Brot und Mehl, ohne Getränke. Auf den Feldern ist der Anteil noch höher: 2025 wurden 27,2 % der landwirtschaftlichen Fläche biologisch bewirtschaftet.
Die RollAMA ist die laufende Marktanalyse der AMA-Marketing. Ein Haushaltspanel des Marktforschers YouGov schreibt seine Einkäufe im Lebensmittelhandel mit, KeyQUEST wertet aus. So lässt sich verfolgen, was und wie viel Österreichs Haushalte kaufen.
Am höchsten ist der Bio-Anteil bei Mehl (30,8 %), Gemüse (25,8 %) und Erdäpfeln (25 %). Bei Fleisch und Geflügel liegt er bei 8,7 %, Tendenz steigend (Werte 1. Halbjahr 2026).
Laut AMA-Marketing wurden 2025 rund 3,4 Milliarden Euro mit Bio-Lebensmitteln umgesetzt, 7,4 % mehr als 2024. Rund 80 % davon entfallen auf den Lebensmittelhandel, 12 % auf Direktvertrieb und Fachhandel, 8 % auf die Gastronomie.
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