Konventionelle Landwirtschaft

Konventionelle Landwirtschaft ist jede Landwirtschaft, die nicht nach der EU-Bio-Verordnung wirtschaftet. Sie darf alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel und chemisch-synthetische Dünger einsetzen und muss die gesetzlichen Mindeststandards einhalten.

Was bedeutet konventionelle Landwirtschaft?

Eine eigene gesetzliche Definition gibt es nicht. Der Begriff wird vor allem zur Abgrenzung von der biologischen Landwirtschaft verwendet. Laut AMA-Marketing gilt:

  • Pflanzenschutz: Alle in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel dürfen eingesetzt werden – unter strengen gesetzlichen Vorgaben. Bio verzichtet auf chemisch-synthetische Mittel.
  • Dünger: Verwendet werden natürliche und chemisch-synthetische Düngemittel. Bio verzichtet auf chemisch-synthetische Dünger.
  • Gentechnik: Der Einsatz ist nicht grundsätzlich untersagt, bei Bio schon. Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ist in Österreich allerdings verboten.
  • Tierhaltung: Die Haltung entspricht zumindest den gesetzlichen Vorgaben. Bio setzt generell stärker auf Tierwohl.

Konventionell ist nicht gleich konventionell

Zwischen gesetzlichem Mindeststandard und Bio liegt eine große Bandbreite. Viele konventionelle Betriebe nehmen an Programmen wie dem ÖPUL oder dem AMA-Gütesiegel teil, die über das Gesetz hinausgehen. Betriebe, die auf Bio umsteigen, durchlaufen zunächst eine Umstellungszeit, siehe Umstellungsware.

Wie groß ist der Anteil?

2024 wirtschafteten laut Landwirtschaftsministerium 23.942 Betriebe biologisch – das sind 23,1 % der geförderten Betriebe. Sie bewirtschafteten 27,3 % der landwirtschaftlichen Fläche. Der Großteil der heimischen Landwirtschaft ist also konventionell.

Was heißt das beim Einkauf?

Ohne Bio-Kennzeichnung ist ein Lebensmittel konventionell erzeugt. Das sagt noch nichts Schlechtes über einen einzelnen Hof, aber es bedeutet: Die Bio-Vorgaben und ihre jährliche Kontrolle gelten nicht.

Quellen: AMA-Marketing – Arten der Landwirtschaft, Sozialministerium – Gentechnik, BMLUK – Biologische Landwirtschaft in Zahlen, BMLUK – Agrarumweltprogramm ÖPUL (Stand: Oktober 2026)