Definition
„Natives Olivenöl extra“ und „Natives Olivenöl“ sind EU-rechtlich festgelegte Güteklassen für Olivenöl. Bei anderen Speiseölen bedeutet „nativ“ laut Lebensmittelbuch: kaltgepresst, nur mechanisch vorbehandelt, nicht raffiniert.
Was bedeutet nativ?
„Nativ“ hat zwei unterschiedliche rechtliche Grundlagen – je nachdem, ob es um Olivenöl oder um andere Speiseöle geht.
Beim Olivenöl: EU-Güteklassen
Für Olivenöl legt die EU-Marktordnung feste Kategorien fest. Native Olivenöle werden ausschließlich mechanisch oder physikalisch aus der Olive gewonnen, ohne Lösungsmittel. Erlaubt sind nur Waschen, Dekantieren, Zentrifugieren und Filtrieren. Unterschieden wird nach dem Gehalt an freien Fettsäuren:
- Natives Olivenöl extra: höchstens 0,8 g pro 100 g – auf dem Etikett als „erste Güteklasse“ beschrieben
- Natives Olivenöl: höchstens 2 g pro 100 g
- Lampantöl: mehr als 2 g
Daneben gibt es raffiniertes Olivenöl und „Olivenöl aus raffinierten und nativen Olivenölen“, einen Verschnitt. Die Angaben „erste Kaltpressung“ und „Kaltextraktion“ sind nur bei nativem Olivenöl (extra) erlaubt und nur, wenn unter 27 °C gearbeitet wurde.
Bei anderen Speiseölen: Lebensmittelbuch
Für Öle wie Raps-, Sonnenblumen- oder Leinöl gibt es keine EU-Güteklasse „extra nativ“. Hier gilt das Österreichische Lebensmittelbuch: Ein Öl darf „nativ“ heißen, wenn es kaltgepresst ist und die Saat nur mechanisch vorbehandelt wurde. Danach darf es nur dekantiert, filtriert oder zentrifugiert werden.
Was heißt das beim Einkauf?
„Extra nativ“ ist eine klar definierte Olivenöl-Kategorie. Bei anderen Ölen ist „nativ“ eine Angabe zur Herstellung, aber keine Güteklasse. Ob ein Öl bio ist, zeigt erst das EU-Bio-Logo.
Quellen: VO (EU) Nr. 1308/2013, Anhang VII Teil VIII, Delegierte VO (EU) 2022/2104, Art. 6, Delegierte VO (EU) 2022/2104, Art. 10, Österreichisches Lebensmittelbuch, Kapitel B 30 (WKO) (Stand: Oktober 2026)