Weidehaltung

Weidehaltung bedeutet, dass Tiere wie Rinder, Schafe oder Ziegen zumindest zeitweise auf der Weide grasen. Im Bio-Landbau müssen Pflanzenfresser Zugang zu Weideland haben, wann immer die Umstände dies erlauben.

Was bedeutet Weidehaltung?

Bei der Weidehaltung grasen Pflanzenfresser auf Wiesen und Weiden, statt ausschließlich im Stall gefüttert zu werden. Wie viel Weide ein Tier bekommt, hängt von Haltungsform, Jahreszeit, Witterung und Bodenzustand ab.

Was gilt im Bio-Landbau?

Die EU-Bio-Verordnung schreibt vor, dass Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde Zugang zu Weideland haben, wann immer die Umstände dies gestatten. Alle Bio-Tiere brauchen außerdem ständigen Zugang zu Freigelände, vorzugsweise zu Weide. Anbindehaltung ist grundsätzlich verboten. Ausnahmen gibt es etwa für kleine Betriebe mit höchstens 50 Rindern – dann aber mit Weide in der Weidezeit und mindestens zweimal pro Woche Freigelände, wenn keine Weide möglich ist.

In Österreich hat das Landwirtschaftsministerium die Weidevorgaben für Bio-Betriebe ab 2022 per Erlass konkretisiert. Seither müssen auf Bio-Höfen grundsätzlich alle Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde geweidet werden. Das Ausmaß richtet sich nach dem Haltungssystem. Die Weide ist während der Saison von Anfang April bis Ende Oktober zu dokumentieren. Begründete Unterbrechungen, etwa wegen Witterung oder aus tierärztlichen Gründen, sind möglich.

Was heißt das beim Einkauf?

Bei Bio-Produkten ist der Weidezugang Teil der kontrollierten Vorgaben. Die Umsetzung der Bio-Regeln wird auf EU-Ebene laufend diskutiert – zum aktuellen Stand der Verhandlungen über die Verordnung findest du unseren Beitrag zum Trilog. Noch strenger sind die Vorgaben bei Demeter, wo Tierhaltung für landwirtschaftliche Betriebe verpflichtend ist.

Quellen: VO (EU) 2018/848, Anhang II, BIO AUSTRIA – Aktuelles zu Weidevorgaben, BMLUK – Agrarumweltprogramm ÖPUL (Stand: Oktober 2026)