Definition
Demeter ist das Qualitätszeichen für biologisch-dynamische Landwirtschaft. Der Demeter-Standard baut auf den EU-Bio-Regeln auf und geht mit eigenen Richtlinien darüber hinaus, etwa bei Tierhaltung, Futter, Präparaten und Zusatzstoffen.
Was bedeutet Demeter?
Demeter steht für die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise. Ihre Grundlage ist der „Landwirtschaftliche Kurs“: acht Vorträge, die Rudolf Steiner 1924 in Koberwitz bei Breslau auf Bitten von Landwirten hielt. Der Demeter-Standard baut auf dem Bio-Standard auf. Weltweit gelten dieselben Richtlinien, einzelne Länder dürfen strenger sein. Höfe sollen als „lebendige Hoforganismen“ gestaltet werden.
Was ist anders als bei EU-Bio?
- Tiere am Hof: Landwirtschaftliche Demeter-Betriebe müssen Tiere halten (mindestens 0,2 RGVE pro Hektar). Bei EU-Bio ist Tierhaltung nicht verpflichtend.
- Futter: Pflanzenfresser bekommen mindestens 60 % ihres Futters vom eigenen Hof oder aus einer Betriebskooperation. Konventionelles Futter ist nicht erlaubt.
- Präparate: Biodynamische Präparate aus Kuhdung, Quarz und Pflanzen wie Löwenzahn oder Baldrian müssen jährlich ausgebracht werden.
- Zucht: Klonen, Embryotransfer, Sperma-Sexing und die Zucht auf genetische Hornlosigkeit sind ausgeschlossen.
- Verarbeitung: Während für EU-Bio 56 Zusatzstoffe zugelassen sind, sind es bei Demeter 19 – jeweils nur für bestimmte Produkte. Nitritpökelsalz ist zum Beispiel ausgeschlossen.
Was heißt das beim Einkauf?
Demeter-Produkte sind immer auch nach EU-Bio-Verordnung zertifiziert. Auf verpackter Ware aus der EU findest du deshalb zusätzlich das EU-Bio-Logo mit Kontrollstellen-Code. Umgekehrt ist nicht jedes Bio-Produkt auch Demeter. Bei ich will Bio wirtschaftet der Lehof in Strengberg seit 2007 biologisch-dynamisch unter der Marke Demeter. Wie Bio grundsätzlich funktioniert, liest du in Was bedeutet Bio wirklich?.
Quellen: Demeter Österreich – Was ist Demeter?, Demeter Österreich – Unterschiede Bio/Demeter, Europäische Kommission – Bio-Logo (Stand: Oktober 2026)