Definition
„Regional“ ist bei Lebensmitteln kein gesetzlich definierter oder geschützter Begriff – weder im Gesetz noch im Lebensmittelbuch. Was wirklich zählt, sind konkrete Herkunftsangaben und kontrollierte Herkunftszeichen.
Was bedeutet regional?
Das ist genau das Problem: Laut Arbeiterkammer ist „regional“ weder gesetzlich noch im Österreichischen Lebensmittelbuch definiert. In einer Umfrage der AK (Jänner 2023) verstanden 38 % darunter „aus meinem Bundesland“, ebenso viele „aus Österreich“, andere nannten maximal 50 oder 100 km Entfernung. 96 % erwarteten zumindest österreichische Herkunft.
Was zählt wirklich?
- Konkrete Herkunftsangaben: Wirbt ein Produkt mit einer Herkunft, obwohl die Hauptzutat aus einem anderen Land kommt, muss das seit 1. April 2020 deutlich auf der Verpackung stehen.
- Bio-Kennzeichnung: Unter dem EU-Bio-Logo muss angegeben sein, woher die landwirtschaftlichen Rohstoffe stammen, etwa „EU-Landwirtschaft“ oder ein Land wie Österreich.
- Kontrollierte Zeichen: Das rot-weiße AMA-Biosiegel mit „AUSTRIA“ garantiert österreichische Rohstoffe und Verarbeitung. Geschützte Ursprungsbezeichnungen (g.U.) binden ein Produkt an ein abgegrenztes Gebiet.
- Eier: Der Ländercode im Erzeugercode, etwa „AT“, zeigt das Herkunftsland.
- Großküchen: Seit 1. September 2023 müssen Kantinen und Großküchen die Herkunft von Fleisch, Milch und Eiern angeben.
Was heißt das beim Einkauf?
Lass dich nicht von Landschaftsbildern oder Fahnen auf der Packung leiten, sondern lies die Herkunftsangaben. Wenn du es noch genauer wissen willst: Kaufe dort, wo du den Hof kennst. Die Partnerhöfe von ich will Bio liegen alle im Mostviertel.
Quellen: AK Wien – Pressekonferenz „Hohe Erwartungen bei Regionalität“ (2023), Konsument (VKI) – Kennzeichnung der Herkunft, BMLUK – Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln, BMLUK – Herkunftskennzeichnung in Großküchen, BMLUK – Eierproduktion in Österreich (Stand: Oktober 2026)