Kaltgepresst

Kaltgepresste Speiseöle sind laut Österreichischem Lebensmittelbuch nicht raffinierte Öle, die ohne Wärmezufuhr nur durch mechanische Verfahren gepresst werden. Eine Höchsttemperatur legt das Lebensmittelbuch dafür nicht fest.

Was bedeutet kaltgepresst?

Das Österreichische Lebensmittelbuch (Kapitel B 30 „Speisefette, Speiseöle“) definiert: Kaltgepresste Öle sind nicht raffinierte Öle, die ohne Wärmezufuhr nur durch mechanische Verfahren gepresst werden. Das Öl wird also weder chemisch extrahiert noch raffiniert, und beim Pressen wird nicht zusätzlich erhitzt.

Kaltgepresst, nativ, raffiniert – was ist der Unterschied?

  • Raffiniert: Raffinierte Öle durchlaufen Schritte wie Entschleimen, Entsäuern, Bleichen und Dämpfen.
  • Kaltgepresst: nicht raffiniert, ohne Wärmezufuhr mechanisch gepresst.
  • Nativ: Wird ein kaltgepresstes Öl zusätzlich als „nativ“ bezeichnet, darf auch die Saat nur mechanisch vorbehandelt werden. Danach darf das Öl nur noch dekantiert, filtriert oder zentrifugiert werden.

Gibt es eine Temperaturgrenze?

Ein häufiger Irrtum: Für Speiseöle allgemein nennt das Lebensmittelbuch keine konkrete Höchsttemperatur für „kaltgepresst“. Eine feste Grenze gibt es nur bei Olivenöl: Die Angabe „erste Kaltpressung“ ist laut EU-Recht nur erlaubt, wenn die Olivenmasse unter 27 °C gepresst wurde.

Und Kürbiskernöl?

Für „Kernöl“ und „Kürbiskernöl“ gelten im Lebensmittelbuch eigene Regeln: Es ist immer reines Öl aus erster Pressung, und die Kerne werden vor dem Pressen stets geröstet. Das gibt dem Öl seinen typischen nussigen Geschmack. Der Bio-Kürbishof Metz presst sein Öl in der eigenen Ölpresse. Warum nicht jedes Kürbiskernöl „Steirisches“ heißen darf, erklärt der Eintrag g.g.A..

Quellen: Österreichisches Lebensmittelbuch, Kapitel B 30 (WKO), Delegierte VO (EU) 2022/2104, Art. 10 (Stand: Oktober 2026)