Definition
Die Großvieheinheit (GVE) ist eine Rechengröße, mit der unterschiedliche Nutztiere vergleichbar gemacht werden. Eine Milchkuh zählt als 1,0 GVE, eine Legehenne nur als 0,014 GVE. So lässt sich der Viehbestand eines Hofes in einer Zahl ausdrücken.
Was ist eine Großvieheinheit?
Eine Kuh, ein Schaf und ein Huhn lassen sich nicht einfach zusammenzählen. Die Großvieheinheit (GVE) ist deshalb eine gemeinsame Einheit, um den Viehbestand eines Betriebs in einer einzigen Zahl auszudrücken. Für jede Tierart gibt es Umrechnungsschlüssel, je nach Alter und Nutzung.
Wie wird umgerechnet?
Beispiele aus dem Schlüssel der Statistik Austria (Agrarstrukturerhebung 2020):
- Milchkuh: 1,0 GVE
- Jungrind unter 1 Jahr: 0,4 GVE
- Pferd: 0,8 GVE
- Zuchtsau: 0,5 GVE; Mastschwein ab 50 kg: 0,3 GVE
- Schaf: 0,1 GVE
- Legehenne: 0,014 GVE
Je nach Zweck – Statistik, Förderung oder EU-Erhebung – gibt es unterschiedliche Umrechnungsschlüssel. Eine Variante ist die RGVE (raufutterverzehrende Großvieheinheit): Sie zählt nur Tiere, die Gras und Heu fressen, also etwa Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde, nicht aber Schweine und Geflügel.
Wofür braucht man GVE?
Mit GVE pro Hektar lässt sich beschreiben, wie viele Tiere ein Hof im Verhältnis zu seiner Fläche hält – der sogenannte Viehbesatz. Das spielt etwa bei Förderungen wie dem ÖPUL oder bei Bio-Verbänden eine Rolle. Demeter verlangt zum Beispiel von landwirtschaftlichen Betrieben mindestens 0,2 RGVE pro Hektar und begrenzt den Tierbesatz bei Futterzukauf auf 2,0 GVE pro Hektar. Für dich beim Einkauf ist die GVE keine Kennzeichnung, sie hilft aber, Berichte über Landwirtschaft und Tierhaltung einzuordnen.
Quellen: Statistik Austria – GVE-Schlüssel Agrarstrukturerhebung 2020, LK Kärnten – Begriffsbestimmungen, Demeter Österreich – Unterschiede Bio/Demeter (Stand: Oktober 2026)