Definition
Naturtrüb nennt man Fruchtsaft, der nicht geklärt wird. Er behält seine Trubstoffe, also feine Schwebeteilchen aus der Frucht, und sieht deshalb trüb aus. Eine eigene gesetzliche Definition für „naturtrüb“ gibt es in Österreich nicht.
Was bedeutet naturtrüb?
Frisch gepresster Apfelsaft ist von Natur aus trüb. Für klaren Saft wird er geklärt: Pektinspaltende Enzyme werden zugesetzt, danach werden Schwebeteilchen und Pektine herausgefiltert. Beim naturtrüben Saft entfällt dieser Schritt, die Trubstoffe bleiben im Saft.
Was sind Trubstoffe?
Trubstoffe sind winzige Teilchen aus der Frucht. Laut Versuchsstation Haidegg bestehen sie vor allem aus Eiweiß, Kohlenhydraten wie Pektin, Fetten und Mineralstoffen, dazu kommen Polyphenole. Damit sie in der Schwebe bleiben, braucht es ein Zusammenspiel von Eiweiß und Pektin. Ist diese Bindung schwächer, sinken die Teilchen ab. Deshalb kann sich in naturtrübem Saft mit der Zeit etwas am Flaschenboden sammeln. Das ist kein Mangel: kurz schütteln, dann ist der Saft wieder gleichmäßig. Wie trüb ein Saft ist, wird im Labor übrigens mit Streulicht gemessen und in Trübungseinheiten angegeben.
Naturtrüb, Direktsaft, Konzentrat
„Naturtrüb“ sagt nur etwas über die Klärung aus, nicht darüber, wie der Saft hergestellt wurde. Ein naturtrüber Saft kann Direktsaft sein oder aus Konzentrat stammen. Auch ob die Äpfel bio sind, verrät erst das EU-Bio-Logo. Achte also auf alle drei Angaben.
Was heißt das beim Einkauf?
Ein Beispiel ist der Bio-Apfelsaft naturtrüb vom Lehof: ein 100 % Direktsaft aus Äpfeln aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft, ohne Konservierungsstoffe, künstliche Aromen und Farbstoffe. Lagere ihn geschützt vor Wärme. Weitere Lehof-Produkte findest du in der Lehof-Kategorie.
Quellen: Versuchsstation Haidegg – Richtige Trübung und Messung (2006), ÖKO-TEST – Naturtrüber Apfelsaft (2026), Österreichisches Lebensmittelbuch, Kapitel B 7 (WKO) (Stand: Oktober 2026)