Definition
Nützlinge sind natürliche Feinde von Schädlingen an Kulturpflanzen. Sie fressen Schädlinge oder nutzen sie als Wirt für ihren Nachwuchs. Bekannte Beispiele sind Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und Schlupfwespen.
Was sind Nützlinge?
Als Nützlinge bezeichnet man Tiere, die Schädlinge von Kulturpflanzen in Schach halten. Man unterscheidet grob zwei Gruppen: Räuber, die Schädlinge fressen, und Parasitoide, die ihre Eier in oder an Schädlingen ablegen.
Welche Nützlinge gibt es?
- Marienkäfer: Ihre Larven fressen Blatt- und Schildläuse, vor der Verpuppung mehrere hundert Blattläuse.
- Florfliegen: Die Larven fressen Blattläuse, kleine Raupen und Milben.
- Schwebfliegen: Die Larven fressen Blattläuse, die erwachsenen Tiere leben von Pollen und Nektar.
- Schlupfwespen: Sie legen ihre Eier in Blattläuse oder Raupen. Jede Art ist auf bestimmte Wirte spezialisiert.
- Raubmilben: keine Insekten, aber wichtige Gegenspieler etwa von Thripsen.
Im Glashaus werden Nützlinge auch gezielt ausgesetzt, zum Beispiel Raubwanzen gegen die Weiße Fliege. Neben Insekten kommen dort auch Raubmilben und Nematoden, also winzige Fadenwürmer, zum Einsatz.
Welche Rolle spielen Nützlinge bei Bio?
Die EU-Bio-Verordnung legt fest: Schädlingen soll zuerst vorbeugend begegnet werden – durch natürliche Feinde, passende Sorten, Fruchtfolge und mechanische Verfahren. Erst wenn das nicht reicht, dürfen zugelassene Mittel eingesetzt werden, und nur so viel wie nötig. Mehr dazu unter Pestizide.
Wie kannst du Nützlinge fördern?
Nützlinge brauchen Nahrung und Unterschlupf: Hecken, Laub- und Reisighaufen, blühende Pflanzen mit Pollen und Nektar und Nisthilfen. Ein paar Blattläuse zu dulden hilft ebenfalls, denn sie sind Futter. Vielfalt im Beet unterstützt das, siehe Mischkultur. Für manche neuen Schädlinge wie die Marmorierte Baumwanze wird nach passenden Gegenspielern noch geforscht.
Quellen: TLLLR – Nützliche Insekten im Garten (2024), VO (EU) 2018/848, Anhang II, AGES – Marmorierte Baumwanze (Stand: Oktober 2026)