Pestizide

Pestizide sind Mittel, die Schadorganismen oder Krankheiten bekämpfen oder fernhalten. Der wichtigste Teil davon sind Pflanzenschutzmittel. Auch im Bio-Landbau sind einige Wirkstoffe erlaubt, aber keine chemisch-synthetischen.

Was sind Pestizide?

„Pestizid“ ist ein Oberbegriff für Mittel, die einen Schadorganismus oder eine Krankheit verhindern, vernichten oder in Schach halten – etwa Herbizide gegen Unkraut, Fungizide gegen Pilze oder Insektizide. Pflanzenschutzmittel sind jene Pestizide, die Kulturpflanzen schützen. Zum weiteren Begriff gehören auch Biozide, etwa gegen Bakterien oder Schimmel.

Wie werden Pflanzenschutzmittel zugelassen?

In der EU läuft das in zwei Stufen: Die Wirkstoffe muss die Europäische Kommission genehmigen, nach Bewertung durch Mitgliedstaaten und die Lebensmittelbehörde EFSA. Die einzelnen Mittel lassen dann die Mitgliedstaaten zu. In Österreich ist das das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES). Die AGES liefert die fachlichen Gutachten. Eine Zulassung gilt höchstens zehn Jahre.

Und im Bio-Landbau?

Ein häufiger Irrtum: Bio heißt nicht „ohne jedes Pflanzenschutzmittel“. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sind verboten. Erlaubt sind nur Wirkstoffe, die in Anhang I der Durchführungsverordnung (EU) 2021/1165 stehen und zusätzlich regulär zugelassen sind. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Kupferverbindungen – höchstens 28 kg Kupfer pro Hektar innerhalb von sieben Jahren
  • Schwefel und Paraffinöle
  • Pheromone, etwa zur Verwirrung von Schadinsekten
  • Pflanzliche Pyrethrine und Spinosad
  • Mikroorganismen

Vorrang haben im Bio-Landbau aber vorbeugende Maßnahmen wie robuste Sorten, Nützlinge, mechanische Unkrautregulierung und eine durchdachte Fruchtfolge. Mehr dazu in Was bedeutet Bio wirklich?.

Quellen: Europäische Kommission – Pesticides, EFSA – Pesticides, BAES – Pflanzenschutzmittel, Durchführungs-VO (EU) 2021/1165, konsolidiert (AMA), AMA-Marketing – Bio-Ackerbau (Stand: Oktober 2026)